Innenleben einer Statue


Bedeutung

Buddhistische Statuen wirken als Spiegel für die allen Wesen innewohnenden Qualitäten und bereichern das Umfeld energetisch. Sie repräsentieren Buddhas Körper, Rede und Geist.Die nach überlieferten Regeln möglichst perfekt gearbeitete äußere Form repräsentiert Buddhas erleuchteten Körper. Die Füllung des Innenraumes, deren Mantrarollen den Aspekt von Buddhas Rede ausdrücken, und schließlich die Segnung durch einen buddhistischen Meister, die für den Geist Buddhas steht, bringen die Wirkung zur Perfektion.


Reinigung

Nach oft aufwendiger Grobreinigung der Innenwände von Ruß und Schamott findet eine feinere feuchte Säuberung statt. Schließlich wird die spirituelle Reinigung mit Safranwasser vorgenommen.


Füllung

Die zentrale Energieachse einer Statue bildet der Lebensbaum . Dieser wird aus dem Holz eines ausgewählten Baumes, dessen Wachstumsrichtung sorgfältig gekennzeichnet wurde, maßgefertigt. Die entstehende Form des schlanken Obelisken verjüngt sich entsprechend nach oben. Die einst nach Osten weisende Seite des Baumes wird zur Vorderseite der Statue ausgerichtet.

Der Lebensbaum wird rot bemalt, mit tibetischen Silben golden beschriftet und meist mit gelbem Tuch umwickelt.

Ein wesentlicher Bestandteil der Füllungen sind buddhistische Kostbarkeiten von verwirklichten Meistern oder von bestimmten kraftvollen Stellen. Diese werden in kleine Papierkuverts verpackt und an dem Lebensbaum befestigt.

Um diesen Lebensbaum herum werden Mantrarollen eingebracht. Mantras sind Schutzlaute  oder Schwingungen zur Entwicklung einer Buddhaqualität, wie zum Beispiel das bekannte Mantra OM MANI PEME HUNG. Verschiedene ausgewählte Mantras werden auf Papier gedruckt. Die bedruckten Bogen tränkt man mit Safranwasser, schneidet sie daraufhin in längliche Streifen und verarbeitet sie zu Rollen. Sie können auch mit gelbem Tuch und Fäden in den fünf Weisheitsfarben umwickelt werden. Die Oberseite jeder Rolle wird rot markiert, da die Mantrarollen aufrecht in die Statue gegeben werden. Die bestimmte Auswahl der Mantras bezieht sich auf den jeweiligen Buddhaaspekt.


Der Sockel einer Statue, der meist eine Lotusblüte oder einen Thron darstellt, gilt als Schatzkammer. Hier werden vorwiegend weltliche Kostbarkeiten wie Edelsteine, Edelmetalle, Blüten und Gewürze eingefüllt. Dies bildet eine Verbindung von der relativen Wirklichkeit zur höchsten Einsicht eines Buddha.

Durch Verwendung von pulverisiertem Räucherwerk und Blüten wird vermieden, dass Hohlräume bleiben. In Asien sollte damit verhindert werden, dass Störenergien die hohlen Stellen aufsuchen könnten.

Ist die Statue fertig gefüllt, wird sie dauerhaft verschlossen. Sie repräsentiert ein vollkommenes Buddhakraftfeld und darf nicht mehr geöffnet werden.

Alle Arbeiten werden mit besonderer Reinlichkeit, Sorgfalt und Achtsamkeit ausgeführt.

Die Wichtigkeit der Füllung wird durch folgenden Umstand deutlich: Als die Tibeter aufgrund der chinesischen Invasion fliehen mussten, konnten sie nur das Nötigste mitnehmen. Die Statuen blieben zurück. Deshalb entnahmen in der Not buddhistische Meister die Füllungen, um wenigstens diese in Sicherheit zu bringen.

Text und Fotos von Werner Braun


Zum Statuenfüllen braucht man vielfältige Informationen durch erfahrene Statuenfüller. Wenn Ihr eure Statuen mit ihrem Potenzial zum meditieren nutzen möchtet, so fragt in einem Buddhistischen Zentrum der Karma Kagyu Linie nach Terminen.


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